Das Honorar

für die rechtsanwaltliche Beratung oder Vertretung ist geregelt im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Unabhängig von dieser gesetzlich geregelten Vergütung ist es möglich, zwischen dem Mandanten und dem Rechtsanwalt eine Gebührenvereinbarung zu schließen. Die Gebührenvereinbarung kann einen pauschalen Betrag oder einen Stundensatz festsetzen, sodass für die geleisteten Stunden eben ein bestimmter Betrag zu bezahlen ist.

In den einzelnen Gebieten ist die Verfahrensweise sehr unterschiedlich, sodass nur ein grober Überblick im Folgenden gegeben werden kann.

1) Beratung
Solange der Rechtsanwalt lediglich eine Beratung durchführt, ist die Beratungsgebühr zwischen dem Mandanten und dem Rechtsanwalt frei zu vereinbaren. Kommt es lediglich zu einer Erstberatung, so ist der maximale Betrag 190 Euro plus Nebenkosten.

2) Strafverfahren
In Strafverfahren wird eine Gebühr fällig für jeden einzelnen Verfahrensabschnitt, so z. B. für das Vorverfahren, das gerichtliche Verfahren und die jeweiligen Hauptverhandlungen.

3) In Zivilverfahren, Versicherungsverfahren,
Mietverfahren
und arbeitsgerichtlichen Verfahren sowie familienrechtlichen Streitigkeiten
richten sich die Gebühren nach dem Streitwert.
Der Streitwert bestimmt sich im Prinzip nach dem Betrag, der vor Gericht verhandelt wird. 

Beispiel:
Der Makler klagt 3.000 Euro Maklerlohn ein -
Streitwert: 3.000 Euro

Scheidungsverfahren:
3-faches Nettoeinkommen der Eheleute

Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht:
3-facher Betrag des durchschnittlichen Bruttolohns des Arbeitnehmers

Mietrechtliche Räumungsklage:
12-facher Monatsmietbetrag

4) Sozialrechtliche Verfahren
In Verfahren vor dem Sozialgericht fallen Pauschgebühren an. Unabhängig von dem Wert der Streitigkeit bestimmt sich die Gebühr nach einem „Pauschbetrag“. In 1. Instanz beträgt die Verfahrensgebühr im Durchschnitt ca. 300 Euro. Kommt es zum Termin, fällt eine Terminsgebühr an in Höhe von ca. 250 Euro.

Beratungshilfe/Prozesskostenhilfe/Pflichtverteidigung
Personen, die nur ein geringes Einkommen haben, haben die Möglichkeit, Rechtsrat einzuholen, ohne ein Honorar zu zahlen, falls ihnen durch das Amtsgericht ein Berechtigungsschein ausgehändigt wurde.

Bei Prozessen kommt Prozesskostenhilfe in Betracht, falls das durchschnittliche Einkommen des Mandanten einschl. der Belastungen so gering ist, dass er den Rechtsanwalt nicht selbst bezahlen kann.

Im Strafrecht kommt es bei schwerwiegenden Anklagen vor, dass eine Pflichtverteidigung angeordnet wird, sodass das Honorar in diesen Fällen durch die Staatskasse übernommen wird.

Achtung:
Die staatlichen Zahlungen - Pflichtverteidigung und Prozesskostenhilfe - können zurückgefordert werden, wenn Ihre Einkommensverhältnisse sich wesentlich verbessern.

Sollte bei Ihnen Prozesskostenhilfe oder Beratungshilfe in Betracht kommen, können Sie die Einzelheiten mit unserer Mitarbeiterin » Frau Anita Schneider besprechen und die entsprechenden Formulare ausfüllen.

Sollten Fragen zu der Honorarhöhe im Einzelnen gegeben sein und der Art und Weise der Abrechnung, sprechen Sie bitte den jeweiligen Rechtsanwalt an.